Im Rahmen der Freiburger Kantonswahlen vom 8. November 2026 hat die FFSC den Kandidatinnen und Kandidaten die Möglichkeit gegeben, sich im Rahmen einer Umfrage zu äussern. Sie hatten dabei freie Hand und konnten ihre Antwort nach eigenem Ermessen verfassen. Einzige Vorgabe war eine maximale Länge von 1’500 Zeichen.

Wir haben 34 Antworten von Kandidatinnen und Kandidaten für den Grossen Rat erhalten. Die Teilnehmenden konnten ihre Antworten auf Französisch und/oder Deutsch einreichen. Durch die Wahl der entsprechenden Sprache auf der Website können Sie die Beiträge in Französisch oder Deutsch lesen.

Nachfolgend finden Sie sämtliche eingegangenen Antworten. Zunächst werden die Antworten der jagdlich engagierten Kandidatinnen und Kandidaten präsentiert, anschliessend die Antworten der übrigen Kandidierenden, gegliedert nach Wahlkreisen.

Die FFSC bedankt sich herzlich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Teilnahme und ihr Interesse an der Freiburger Jagd. Wir wünschen ihnen viel Erfolg für ihren Wahlkampf!

Jäger

Rey Michaël, FDP, Präsident des Freiburger Jagdverbands

Mein Engagement für die Freiburger Jagd steht seit mehreren Jahren im Zeichen meines Willens, ihre Rolle in unserem Kanton zu verteidigen und der Öffentlichkeit näherzubringen. Nach drei Jahren als Präsident der Diana de la Sarine bin ich seit knapp zwei Jahren Präsident des Freiburger Jagdverbandes (FJV).

Diese Verantwortungen haben mir ermöglicht, die Freiburger Jägerinnen und Jäger gegenüber den kantonalen Behörden und verschiedenen Partnern zu vertreten, die Interessen der Jagd zu vertreten und mich aktiv an den Diskussionen über ihre Zukunft zu beteiligen.

In dieser Zeit hat sich der FJV insbesondere im Austausch mit dem Amt für Wald und Natur, den politischen Behörden sowie verschiedenen Organisationen aus den Bereichen Natur und Biodiversität engagiert. Mehrere wichtige Dossiers wurden begleitet, insbesondere die Weiterentwicklung der Jagdgesetzgebung, das Artenmanagement, die Regulierung der Wildtierbestände und die Rahmenbedingungen für die Ausübung der Jagd.

Mein beruflicher Werdegang von der Landwirtschaft über den Finanzbereich bis hin zur Gemeindeverwaltung vermittelt mir praktische Erfahrung mit den Gegebenheiten vor Ort, dem Funktionieren öffentlicher Körperschaften und dem Dialog mit unterschiedlichen Akteuren.

Mit meinem Engagement möchte ich dazu beitragen, die Jagd als verantwortungsvolle Partnerin bei der Wildtierbewirtschaftung, der Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts und bei der Gestaltung der Beziehung zwischen Natur, Wildtieren und Gesellschaft sichtbar und anerkannt zu machen.

Gemeinde Freiburg

Zurich Simon, SP

Für mich ist die Jagd eine der ethischsten Arten, Fleisch zu essen. Der Herbst ist deshalb für mich jedes Jahr ein besonderer Genuss. Darüber hinaus leisten Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Gerade in einer Zeit, in der viele Lebensräume und insbesondere die Wälder unter zunehmendem Druck stehen, ist dieses Engagement unverzichtbar. Dem FJV danke ich herzlich für seinen Einsatz und den offenen, konstruktiven Austausch in dieser Legislaturperiode. Es würde mich freuen, diesen Dialog fortzusetzen und mich weiterhin für den Erhalt dieses wichtigen Teils des Freiburger Erbes sowie unserer bedrohten Naturräume einzusetzen.

Saane Land

Clément Christian, Die Mitte

Die Freiburger Jagd verdient Anerkennung und Unterstützung. Mit ihrem Engagement leisten die Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag zum Gleichgewicht des Wildbestands, zum Schutz der Kulturen und zur Rettung von Rehkitzen.

Damit sie diese Aufgaben erfüllen können, brauchen sie Rahmenbedingungen, die den Realitäten im Gelände entsprechen. Technische Entwicklungen wie Nachtsichtgeräte sollen unterstützt werden, wenn sie eine effizientere, präzisere und zugleich waidgerechte Jagd ermöglichen. Auch für Schiessstände und Ausbildungsstätten braucht es nachhaltige Lösungen.

Behörden und Verband müssen einander zuhören, die jeweiligen Anliegen verstehen und gemeinsam pragmatische Lösungen erarbeiten, im Respekt vor der Jagd und vor den Menschen, die sie ausüben.

von Barnekow, Alec, FDP

Als Informatiker und Unternehmer kandidiere ich für den Grossen Rat des Kantons Freiburg auf den Listen der FDP. Als Gemeinderat von Matran, zuständig für die Finanzen, setze ich mich dort für eine sorgfältige Haushaltsführung und eine lebendige Gemeinde ein.

Als Sportschütze fühle ich mich den Jagdkreisen verbunden und teile ihre Werte: Respekt vor der Natur, Sinn für individuelle Verantwortung und die Verbundenheit mit einer anspruchsvollen und geregelten Praxis. Bereits 2019 hatte ich mich gegen das neue Waffengesetz engagiert, aus der Überzeugung, dass das Sportschiessen und die Jagd respektierte und nicht stigmatisierte Praktiken bleiben müssen.

Als Vizepräsident der FDP Kanton Freiburg setze ich mich für eine liberale Politik ein, die den Bürgerinnen und Bürgern vertraut, anstatt die Vorschriften zu vermehren. Die Jagd ist ein wesentliches Instrument zur Regulierung der Wildbestände und der natürlichen Gleichgewichte sowie ein soziales und kulturelles Erbe für zahlreiche Freiburger Familien.

Sense

Riedo Bruno, SVP

Liebe Jäger, liebe Jägerinnen

Euer Einsatz zugunsten der Regelung des Tierbestandes und somit auch zugunsten des Tierwohls und der Natur unterstütze ich sehr und danke euch für euren grossen Einsatz dafür. Leider wird das von vielen unwissenden Menschen in unserem Land nicht genügend gewürdigt.

Es freut mich, dass der Vorstoss an den Staatsrat von Bernard Bapst und mir im vergangenen Jahr bezüglich der Finanzierung der Jagdschiessanlagen im Kanton Freiburg nun im Gesetz zur Aenderung der Gesetzte über die Jagd, die Fischerei und den Naturschutz in der Oktober-Session des Grossen Rates behandelt wird / wurde. Dabei schlägt der Staatsrat vor, dass der bestehende Wildschaden-Fonds in Zukunft auch für die Finanzierung von Jagd-Schiessanlagen eingesetzt werden kann. Im Wissen, dass neben den kantonalen Einzahlungen in diesen Fonds, ein Teil durch die Jäger und Jägerinnen selbst geäuffnet wird, ist dies insgesamt ein guter Schritt für die Verbesserung der Situation bezüglich eines zukünftigen Jagd-Schiess-Stands.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Herbst 2026

Weidmannsheil
Bruno Riedo, Grossrat, Ueberstorf

Adrian Brügger, SVP

Für eine starke Jagd und eine lebendige Natur – auch in Zukunft

Als praktizierender Landwirt und Grossrat weiss ich, wie wichtig ein respektvolles Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft, Jagd, Wald und Natur ist. Die Jäger leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie übernehmen Verantwortung, setzen sich für den Schutz und die Pflege unserer Wildbestände ein und helfen mit, das Gleichgewicht zwischen Wild, Wald und Landwirtschaft zu erhalten.

Als Kandidat der SVP-Sense für die Wiederwahl in den Grossen Rat des Kantons Freiburg möchte ich mich auch künftig für die berechtigten Anliegen der Jäger einsetzen. Dazu gehören für mich praxisnahe und faire Rahmenbedingungen, eine sachliche Jagdgesetzgebung sowie der Einbezug der Erfahrungen und des Wissens der Jägerschaft bei politischen Entscheidungen.

Ich bin überzeugt, dass nachhaltige Lösungen nur gemeinsam mit den Menschen gefunden werden können, die draussen in der Natur arbeiten und Verantwortung übernehmen. Ideologische Vorschriften und unnötige Bürokratie helfen uns dabei nicht weiter. Es braucht Augenmass, gegenseitigen Respekt und Lösungen, die in der Praxis funktionieren.

Auf meine Unterstützung könnt ihr zählen. Ich werde mich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Anliegen der Jäger im Grossen Rat gehört und ernst genommen werden.

Ich danke euch für euer Vertrauen und eure Unterstützung bei den kantonalen Wahlen am 8. November 2026.

Greyerz

Hofer Brian, FDP

Als FDP-Kandidat für den Grossen Rat aus dem Greyerzbezirk möchte ich der Jagd und den Freiburger Jägerinnen und Jägern meine klare Unterstützung aussprechen.

Die Jagd ist nicht nur eine tief in unseren Bergen und Tälern verwurzelte Tradition; sie ist eine ökologische Notwendigkeit. Unsere Jägerinnen und Jäger, die aus Unwissenheit viel zu oft kritisiert werden, sind in Wirklichkeit die ersten Naturschützer. Durch ihre ehrenamtliche und sorgfältige Arbeit bei der Regulierung der Wildbestände schützen sie unsere Wälder vor Wildverbiss, beugen Tierseuchen vor und erhalten das Gleichgewicht unserer Ökosysteme – in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und der Wildhut.

Wir als FDP glauben an Eigenverantwortung. Die Freiburger Jägerschaft besteht aus gut ausgebildeten, naturverbundenen Menschen, die das Tierwohl respektieren. Zudem ist der Konsum von lokalem Wildfleisch heute eine der nachhaltigsten und ethischsten Ernährungsentscheidungen überhaupt.

Im Grossen Rat werde ich mich für eine vernünftige Gesetzgebung frei von Dogmatismus einsetzen, welche die unverzichtbare Arbeit unserer Jagdgesellschaften respektiert und den Fortbestand dieser authentischen Praxis sichert.

Patrick Vallélian, FDP

Den Menschen vertrauen, die vor Ort handeln, statt ihnen immer neue Auflagen aufzubürden: Das ist meine freisinnig-liberale Überzeugung.
Als Gemeinderat von Bulle, zuständig insbesondere für Wald, Sport und Tourismus, sehe ich die Jäger als unverzichtbare Partner. Ihr Engagement kommt unseren Wäldern, unseren landwirtschaftlichen Kulturen, der Biodiversität und dem Gleichgewicht der Tierwelt zugute. Es verdient Anerkennung, nicht Misstrauen.
Als FDP-Kandidat für den Grossen Rat werde ich mich für den Erhalt einer verantwortungsvollen Patentjagd einsetzen, die in der Bevölkerung verankert und breit zugänglich ist. Ja zu klaren und strengen Regeln für die Sicherheit und den respektvollen Umgang mit dem Tier; nein zu zusätzlichen Auflagen ohne nachgewiesenen Nutzen.
Die Jagdplanung muss sich an den Gegebenheiten vor Ort orientieren: an der Entwicklung der Wildbestände, den Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, der Waldverjüngung und der Präsenz von Grossraubtieren. Sie muss gemeinsam mit Jägern, Forstleuten, Landwirten und Wissenschaftlern auf der Grundlage verlässlicher Daten erarbeitet werden.
Der Greyerzbezirk muss Gehör finden, statt Einheitslösungen hinnehmen zu müssen, die fernab der lokalen Realität beschlossen werden.
Die Jagd ist eine lebendige Tradition und bedeutet Verantwortung für unser Naturerbe. Mein Engagement ist klar: die Natur gemeinsam mit jenen schützen, die sie kennen, für eine Jagd eintreten, die breiten Bevölkerungsschichten offensteht, und den Menschen vor Ort vertrauen.

Cosandey Suzanne, FDP

Ich stehe regelmäßig mit Jägern in Kontakt und diskutiere gerne über ihre Leidenschaft. Die Jagdverordnung wird jährlich geändert, was ihr Verständnis erschwert. Nach einer zweijährigen, anspruchsvollen Ausbildung erhalten die Kandidaten ein Sachkundezertifikat.
Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Jagdaufsehern, Förstern, NGOs und Jägern ermöglicht es den Jäger Kandidaten, 50 Obligatorische Stunden Feldarbeit zu leisten. Dazu gehören die Entfernung von 600 Metern verlassenen Stacheldrahts auf Alpwiesen, wodurch die Risiken für Rinder und Wildtiere verringert werden, die Renaturierung eines Bachs und die Bekämpfung invasiver Arten. Trotz dieser Maßnahmen wird die Rolle der Jäger oft missverstanden. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Erhalt von Natur und Biodiversität. Der Freiburger Jagdverband FJV und einige NGOs fordern mehr Transparenz vom Amt für Wald und Natur, Sektion Fauna, Jagd und Fischerei. Aus diesem Grund drängen sie nachdrücklich auf die Einrichtung eines Runden Tisches, an dem alle Beteiligten teilnehmen können, damit jeder seine Standpunkte und Beobachtungen aus der Praxis präsentieren und diskutieren kann. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Amt für Wald und Natur, Sektion Fauna, Jagd und Fischerei im Gelände konstruktiv ist. Ich bin mir der Herausforderungen bewusst, denen Jäger gegenüberstehen, und setze mich für ihre Interessen ein.
Geben Sie mir daher Ihre Stimme !
Vielen Dank für Ihre Unterstützung !
Suzanne Cosandey, FDP-Kandidatin für den Grossen Rat, Liste 3

See

Joël Oberson, Die Mitte

Das Wildtiermanagement muss Biodiversität, Landwirtschaft und Sicherheit in Einklang bringen. Jägerinnen und Jäger bringen dabei ihre Kenntnis der Verhältnisse vor Ort und ihren tatkräftigen Einsatz ein – insbesondere bei der Verhütung von Wildschäden und der Rettung von Rehkitzen.

Ich möchte, dass ihre Vertreterinnen und Vertreter frühzeitig in Entscheide einbezogen werden, die sie betreffen. Der Kanton soll gemeinsam mit ihnen, der Landwirtschaft und dem Naturschutz Lösungen erarbeiten, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragen. In diesem Geist des Dialogs und der Verantwortung möchte ich im Grossen Rat arbeiten.

Kaltenrieder André, FDP

Die Freiburger Jagd ist für mich gelebte Verantwortung für Natur, Wild und Lebensraum. Unsere Jägerinnen und Jäger kennen die Verhältnisse vor Ort, investieren viel Zeit und leisten einen wichtigen Beitrag für gesunde Wildbestände und den Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft.

Gerade im ländlich geprägten Seebezirk gehören Landwirtschaft, Wald, Natur und Jagd zusammen. Wo Wildbestände zu gross werden, entstehen Schäden an Kulturen und Wald. Deshalb braucht es eine konsequente, nachhaltige und regional angepasste Regulierung. Dabei müssen die Erfahrung und das Fachwissen der Jägerschaft stärker einbezogen werden.

Als Grossrat stehe ich für Eigenverantwortung und praxistaugliche Lösungen statt immer neuer Vorschriften. Wer Verantwortung übernimmt, verdient Vertrauen – und soll nicht durch unnötige Bürokratie ausgebremst werden.

Entscheidend ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft, Forst, Naturschutz und Behörden. Lösungen müssen gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden, die unsere Natur kennen und sich täglich für sie einsetzen.

Ich werde mich weiterhin für eine starke, verantwortungsvolle Freiburger Jagd einsetzen – mit vernünftigen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und der nötigen politischen Wertschätzung.

Thalmann-Bolz Katharina, SVP

Ich stehe für eine starke, verantwortungsvolle und zeitgemässe Jagd im Kanton Freiburg. Die Jagd ist ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Wildtiermanagements und leistet einen konkreten Beitrag zum Schutz unserer Natur, unserer Landwirtschaft und zur Regulierung der Wildbestände.
Wichtig ist der Schutz unserer jungen Wälder. Wo der Wildbestand zu hoch ist, steigt der Verbiss an Jungbäumen. Eine angepasste Bejagung schafft die Voraussetzung dafür, dass sich unsere Wälder natürlich verjüngen können und auch für kommende Generationen gesund und widerstandsfähig bleiben.
Auch die Regulierung der Wildschweinbestände ist von grosser Bedeutung. Wildschweine können erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. Der See- und Broyebezirk sind davon besonders betroffen. Eine wirksame und konsequente Bejagung hilft, diese Schäden zu begrenzen und die Bestände nachhaltig zu regulieren.
Damit die Jägerinnen und Jäger ihre anspruchsvolle Aufgabe sicher und professionell erfüllen können, braucht es zudem genügend geeignete Schiessanlagen. Eine gute Schiessausbildung bedeutet Sicherheit – für unsere Umwelt, die bejagten Tiere, die Jägerschaft und für die Bevölkerung.
Ich unterstütze deshalb eine Jagd, die Verantwortung übernimmt, Tradition mit Fachwissen verbindet und aktiv zum Schutz von Wald, Landwirtschaft und Natur beiträgt.